Es geschah vor zwei Wochen, an einem ziemlich kalten Nachmittag. Der Regen hatte sich gerade erst verzogen, und ich war mit dem Rennrad von  Glarus Richtung Linthal unterwegs. Da kam mir jemand entgegen.

Ich sage es euch. Das war nicht irgendjemand. Sein Fahrrad sah etwas gebraucht aus, und war vor allem intensiv mit Gepäck beladen. Also jetzt nicht nur so ein bisschen am Gepäckträger, sondern so richtig komplett. Vorne, hinten, links, rechts, oben, sogar unten. Ich sah nur Gepäck. Mann, das Ding muss ja sau-schwer gewesen sein, doch ich sags dir: Dieser Typ hatte ein echt breites Smile im Gesicht.

Das muss man sich mal vorstellen.

Was mich dazu veranlasste, die Strasse zu überqueren und einfach mal hallo zu sagen. Auf meinen Trips hatte ich schon eine ganze Menge ganz besonderer Begegnungen gehabt, doch dieser junge Mann war ein echtes Highlight. Er heisst Adam (westlicher Name), ist aus Südkorea und so um die 28 Jahre alt. Er erzählte mir von seinen letzten Passüberquerungen, als hätte er nie etwas Anderes getan. Und so ähnlich war es auch. Dieser junge Mann ist seit dem 11. November 2011 auf seinem Fahrrad unterwegs, ganze 2.5 Jahre. 2.5 Jahre! Das muss man sich mal vorstellen.

Was soll man dazu sagen? Gute Frage, denn ich kannte diese Art von Langzeitreisenden nur aus Büchern. Ein paar Gedanken später grübelte er auch schon in seiner Tasche herum. Er nahm eine grosse Karte heraus, breitete sie vor mir aus. „Map of the World“ stand da drauf – in Gedanken fand ich mich im Geografie-Unterricht wieder. Seine Augen leuchteten, als er mir seine komplette Route aufzeigte – diese war feinsäuberlich auf der Weltkarte eingezeichnet. Adam hatte offensichtlich den kompletten Weg von Südkorea hierher auf dem Fahrrad gestrampelt. Er erzählte mir von 40000 Kilometer und ca. 50 Ländern. Eine unglaubliche Geschichte.

Eine unglaubliche Geschichte.

Ebenso unglaublich war die Selbstverständlichkeit und die Art und Weise, wie er mir von seiner Tour erzählte. Er hat bzw. hatte seine Ziel sehr genau vor Augen und liess sich offensichtlich durch nichts davon abhalten. Adam dachte auch gar nicht erst in Orten, Gemeinden, Städten, Regionen oder Ländern. Nein. Er rechnet in Kontinenten, und war unterwegs Richtung Afrika. Wenn mich diese kurze Begegnung etwas gelehrt hat, dann ist es: in grösseren Dimensionen zu denken.

Was auch immer er noch vor hat, ich wünsche ihm nur das Allerbeste!

Spass gehabt? Dann sage es weiter!
Männerabend
Dieses Mal ist es anders

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